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Imagekampagne für Alleinerziehende

So wurde bis vor kurzem diese Familienform in einschlägigen Veröffentlichungen noch als alternative Lebensform bezeichnet, was die Fehlbewertung der Situation spiegelte.

Daher ist es zwingend notwendig, dies öffentlich zu thematisieren und Einelternfamilien mit ihrer unverzichtbaren Lebensleistung für unsere Gesllschaft vor allem sichtbar zu machen und sie damit wertschätzend für die gesellschaftliche Wahrnehmung herauszustellen..

Genau dies will das Projekt „Imagekampagne für Einelternfamilien“ erreichen.

Die hier gezeigten Bildmotive benennen und verdeutlichen ganz klar die soziale Situation und die Fakten, die den Alltag von Einelternfamilien bestimmen, verzichten aber dabei ganz  bewusst auf defizitäre und Mangelargumentation.

Die Situation Alleinerziehender wird mit Witz, Charme und Esprit vor Augen geführt.

Linn Kraft tut dies mit Humor und fröhlich bunt, ihre alleinerziehenden Mütter kommen als Supermamas ins Bild, bewusst in Bezug auf Superman konzipiert.

Die alltäglichen Situationen, in die sie die Mütter stellt, bedienen nicht das Klischee der überforderten, alleinerziehenden Mutter, sondern zeigen harmonisches Miteinander von Müttern und Kindern, typische Multitasking – Situationen,

aber auch die gegenseitige Ünterstützung von Müttern, denn es ist entspricht sicher der Realität, wenn ich behaupte, dass alleinerziehende Mütter die besten Netzwerkerinnen in unserer Gesellschaft sind, da das für sie eine, wenn nicht die wichtigste Strategie in ihrer Lebenssituation ist.

Die Arbeiten Linn Kraft veranschaulichen sehr eindrücklich das, was die Veröffentlichung „Alleinerziehende unterstützen – Fachkräfte gewinnen“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales aus dem Jahr 2012 festhält – „Alleinerziehende Mütter geben ihre Belastungen in der Regel nicht weiter, den größten negativen Einfluss auf das Aufwachsen der Kinder haben mangelnde Teilhabemöglichkeiten.“

Hervorheben tut sie dies, neben den bebilderten Lebenssituationen, auch in den sehr gelungenen Vierzeilern auf den Darstellungen, die mit einem Wertbegriff - Organisationstalent, Alleinunterhalterin, Wertschöpferin, Hoffnungsträgerin – einführen, den gesellschaftlichen Misstand kurz und präzis herausstellen und über eine positive Bewertung der Leistung der Einelternfamilien zu einer emphatisch – höhenden Schlusszeile kommen.

Linn Kraft lenkt engagiert und  wertschätzend den Blick auf eine Lebensform, die in Ostdeutschland die am stärksten wachsende Familienform darstellt, wobei Sachsen-Anhalt hier neben Berlin die Spitze hält.

Diese Imagekampagne ist ja bis dato ein fiktive, in der Art, dass sie das einzige existierende Exemplar ist und als Imagekampagne für Alleinerziehende bzw. Einelternfamilien weist sie auch Fehlstellen auf, was aufmerksamen Beobachterinnen bzw. Beobachtern sicher nicht entgangen sein wird – es fehlen nämlich Beispiele für die alleinerziehenden Väter bzw. anders gesagt Beispiele für Einelternfamilien mit dem Vater als  Betreuungsperson.

Dies begründet sich im Ansatz der Bachelor-Arbeit von Linn Kraft – sie lautet im Ursprungstitel „Solo Mama mia“ und bezog sich als Basis auf alleinerziehende Mütter, zu denen auch Linn Kraft gehörte und gehört.

Allerdings ist die Fokussierung auf die Mütter nicht unberechtigt, da 9 von 10 Einelternfamilien einen weiblichen Familienvorstand haben. Und um nochmals auf die mangelnden Teilhabemöglichkeiten zurückzukommen – das Armutsrisiko alleinerziehender Mütter ist ungleich höher als das der alleinerziehenden Väter. Dennoch haben auch alleinerziehende Väter ihre Doppel- und Mehrfachbelastungen auszuagieren, für die auch sie nicht die wertschätzende Wahrnehmungen in ihrem Sozial- und Berufsraum erfahren.

Falls jedoch die Möglichkeit geschaffen wird, diese Imagekampagne landes- besser noch- bundesweit öffentlicht zu platzieren, ähnlich wie solche Kampagnen wie „Du bist Deutschland“, dann sollten selbstredend die Bildbeispiele im entsprechend anteiligem Verhältnis auch mit Vätern ergänzt werden, denn auch ihre Leistung gilt es zu würdigen.

Wir haben uns daher im Zuge unseres Engagements für eine öffentliche Präsentation der Arbeit auch immer mehr für den Begriff „Einelternfamilien“ entschieden, da „alleinerziehend“ aus der historischen Entwicklung her ursprünglich nur Mütter meinte und nicht positiv besetzt war, hingegen der Begriff Einelternfamilie hervorhebt, dass es Familien sind mit einem Elternteil und das sind Mütter oder auch Väter.

Die Imagekampagne für Einelternfamilien kann sehr anschaulich dazu beitragen und hier zitiere ich nochmal aus der diesjährigen Veröffentlichung des Familienministeriums:
 „die generelle Sicht auf die Zielgruppe der Einelternfamilien zu verbessern – das Image aufzuwerten!“

Text: Jutta Jahn

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Bei Interesse an der Ausstellung erhalten Sie nähere Informationen unter:

fzweiberwirtschaft@arcor.de oder geschaeftsstelle@landesfrauenrat.de